Gesund leben - besser lernen

Gesundheit umfasst das seelische, geistige und das soziale Wohlbefinden.
Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind bei Ihnen Geborgenheit erlebt, sich von Ihnen angenommen und geliebt fühlt. Geben Sie ihm die Gewissheit, dass sein Leben und die Welt Sinn hat!

Gesundes Obst: Äpfel

TIPPS für Frühstück und Jause

  • Ein gutes Frühstück und eine entsprechende Jause sind für das Wohlbefinden Ihres Kindes und seine Leistungsfähigkeit eine wichtige Voraussetzung.
  • Wecken Sie Ihr Kind zeitgerecht, damit es in Ruhe frühstücken kann!
  • Ein Drittel des Tagesbedarfs an Nahrung soll mit Frühstück und Jause gedeckt sein. Zwingen Sie Ihr Kind jedoch nicht zum Essen!
  • Vollkornbrot, Milchprodukte und Obst sollen Vorrang vor Wurstsemmeln und Süßigkeiten haben.
  • Fette Käse- und Wurstsorten sind nicht empfehlenswert für Schulkinder, da sie schwer verdaulich sind.

"Ein voller Bauch studiert nicht gern."

52% aller Schulanfänger haben Karies.
Ursache: Falsche Essgewohnheiten, mangelnde Mundhygiene (Zahnarzt zweimal jährlich!).

Schultasche

Die Schultasche soll auf dem Rücken getragen werden, nicht in der Hand (Haltungsschäden). Das Gewicht soll maximal 10% des Körpergewichtes betragen

Hausaufgaben

Hausaufgaben erste nach einer entsprechenden Erholungsphase und selbstständig erledigen lassen.

Arbeitsplatz

Ideal wäre ein eigenes Kinderzimmer, zumindest eine ruhige Zimmerecke mit einem höhenverstellbaren Tisch.
Um Wirbelsäulenschäden zu vermeiden, muss die Sitzhöhe der Größe des Kindes und der Höhe des  Tisches entsprechen.
Lärm erschwert das Lernen und beeinträchtigt Konzentration und Kreativität.

Freizeit

Geben Sie Ihrem Kind Anregungen für die Freizeitgestaltung, aber setzen Sie Ihr Kind nicht unter Freizeitstress!
Kinder sind sehr bewegungsfreudig. Diese Freude gilt es zu erhalten und zu fördern (Wanderungen, Rodelpartien, Skiausflüge).

Gemeinsame Freizeitaktivitäten sind für Kinder eine wichtige Erfahrung. Sie können das Gefühl der Geborgenheit und der Zusammenghörigkeit stärken.
Bitte kein übertriebener Ehrgeiz und keine übertriebene Ängstlichkeit! Sportliche Betätigung ist nur dann sinnvoll, wenn sie Ihrem Kind Spaß macht.

Schlaf

Im Durchschnitt benötigen Schulanfänger neun bis zehn Stunden Schlaf. Ausschlaggebend ist nicht die Quantität, sondern die Qualität.
Ein kurzer, tiefer Schlaf kann erholsamer sein als ein langer unruhiger. Geräusche und unverarbeitete Tageserlebnisse verringern den Erholungswert erheblich.

Fernsehen

  • Fernseherziehung beginnt mit der Programmauswahl: Auffassungsvermögen, Interessen, Neigungen.
  • Nicht wahllos konsumieren! Erwachsene haben Vorbildfunktion!
  • Kinder brauchen beim Fernsehen Kontakt, Geborgenheit, Anteilnahme. Sie können Realität und
  • Darstellung noch nicht auseinander halten!
  • Fernsehen kurz vor dem Schlafengehen erweist sich als äußerst ungünstig!
  • Ein Gespräch gibt Aufschluss, ob ein Kind die Handlung verstanden hat.
  • Fernsehen soll kein Mittel der Belohnung oder Bestrafung sein. Die Bedeutung des Fernsehens wird damit aufgewertet.
  • Begründen Sie es sachlich, wenn Sie nicht wollen, dass Ihr Kind eine bestimmte Sendung nicht sehen soll (zu später Sendetermin, ungeeigneter Inhalt ...).

Was tun, wenn es Probleme gibt?

Hat Ihr Kind Schwierigkeiten, lesen, schreiben und rechnen zu lernen, so kann dies verschiedene Ursachen haben.
Als unkonzentriert gilt ein Kind ,wenn es sich nicht über längere Zeit mit einer Sache beschäftigen kann, unaufmerksam ist, trödelt oder träumt, oberflächlich und flüchtig arbeitet oder hektisch, impulsiv und ständig in Bewegung ist usw.

Kinder zwischen 5 und 7 Jahren können nur 15 bis 20 Minuten bei ein und derselben Sache bleiben.

Wobei treten Konzentrationsprobleme auf?

Beim Malen und Zeichnen, beim Fernsehen, bei allem oder nur bei Hausaufgaben, in der Schule, in welchen Gegenständen?
Bei durchgehenden Konzentrationsproblemen konsultieren Sie bitte einen Arzt!

Folgende Fragen können wichtig sein:

  • Wie sehen die Lebensumstände Ihres Kindes aus?
  • Hat Ihr Kind Freude am Lernen?
  • Ist es überfordert?
  • Ist es noch nicht schulreif?
  • Sind Teilleistungsschwächen zu beobachten?
  • Welche Bedeutung wird dem Lernen und der Schule innerhalb der Familie zugemessen (Ehrgeiz, Erwartungen)?
  • Bekommt das Kind ausreichend Anerkennung?
  • Geht es zu Hause eher hektisch zu?
  • Hat Ihr Kind Platz, Zeit und Möglichkeiten, um überschüssige Energien loszuwerden oder Spannungen abzubauen?
  • Existiert ein zu großes Angebot an "verbindlichen" Freizeitaktivitäten, sodass fast jede "freie Minute" verplant ist?
  • Gibt es in der Familie Spannungen?
  • Ist das Kind übersättigt von Fernsehen oder Video?
  • Werden die schulischen Bedingungen den individuellen Bedürfnissen Ihres Kindes nicht
  • gerecht?

Überlegen Sie gemeinsam mit der Lehrerin, eventuell dem Schulpsychologen, welche Hilfestellungen es gibt.
Nicht selten ist es das Verhalten der Erwachsenen, das beim Kind Stress und Angst erzeugt, weil sie zu hohe Erwartungen in den Schulerfolg des Kindes setzen.
Auch ein bevorstehender Lehrerwechsel oder bestimmte Mitschüler können Angst auslösen.
Die Ursachen lassen sich weder durch Medikamente noch durch gutes Zureden beseitigen.

Fragen, die helfen können, der Schulangst auf die Spur zu kommen:

  • Auf welche Weise zeige ich meinem Kind, was für Erwartungen ich hinsichtlich seiner Leistungen habe?
  • Habe ich meine Erwartungen mit dem Kind abgesprochen und auf die Möglichkeiten meines Kindes abgestimmt?
  • Liegen meinen Erwartungen eigene Schulerfahrungen (Enttäuschungen, Hoffnungen) zu Grunde?
  • Suchen Sie eine Beratungsstelle auf, wenn Ihr Kind starke Unsicherheit zeigt,
  • einen Rückfall in kleinkindhafte Verhaltensweisen hat,
  • sich weigert, in der Früh aufzustehen,
  • über unklare Körperbeschwerden (Kopfweh, Bauchweh) klagt,
  • besonders verschlossen reagiert,
  • scheinbar grundlose Wutausbrüche hat. 

Legasthenie und Teilleistungsstörungen

Die Lernwege der Kinder sind verschieden, sie brauchen zu den einzelnen Lernschritten unterschiedlich lang.
Wenn einem Kind nicht genügend Zeit gelassen wird, jeden Lernschritt in seinem individuellen Tempo zu vollziehen, bleibt es "stehen". Es entwickelt eine "Schreib-Lese-Schwäche".
Manche Kinder haben Probleme, weil noch nicht alle Funktionen erwartungsgemäß zusammenspielen.

Teilleistungsstörungen können zu Tage treten beim

  • Abschreiben,
  • Wechsel von Rechenvorgängen (von Plus zu Minus),
  • Zuordnen von Zahlen im Zahlenraum,
  • Merken von Wochentagen und Monaten,
  • Zusammenlauten von Buchstaben,
  • Zuordnen von Buchstaben innerhalb eines Wortes.

Teilleistungsstörungen und Legasthenie sind nicht durch "Lerndrill" zu beheben. Im Gegenteil.
Einzig Geduld und Ausdauer der Erwachsenen in Verbindung mit gezieltem Training, Anerkennung und Lob helfen dem Kind.