Willkommen in der 1. Klasse

Mit dem Schuleintritt beginnt ein neuer Lebensabschnitt für alle Beteiligten: Kind, Eltern und Lehrer/Lehrerin. Jedes Kind erweitert mit dem Schuleintritt seine Beziehungen und lernt sich in eine Gruppe einzuordnen. Es muss Anordnungen akzeptieren und ihren Sinn begreifen lernen.

Häschen

Kinder dieses Alters müssen lernen, eigene Bedürfnisse und Vorstellungen auszudrücken und eigene Wünsche manchmal zurückzustellen. Sie müssen lernen, mit Konflikten umzugehen, denn die sind innerhalb einer Gruppe unvermeidlich. 

Kinder müssen lernen, sich an Vereinbarungen und Regeln des Zusammenlebens zu halten, Rücksicht auf andere zu nehmen und Aufgaben zu übernehmen (Ordnung in der Klasse). Schulanfänger/innen müssen sich an einen strukturierten Tagesablauf gewöhnen (frühes Aufstehen, veränderte Essenszeiten, Wartezeiten). Neue Lern- und Arbeitsweisen, neue Anforderungen hinsichtlich des Lern- und Leistungsverhaltens (Konzentration, Gewöhnung an Zeitrahmen, an bestimmte Lernumgebung). Um all diese neuen Eindrücke und Erlebnisse verarbeiten und die erforderlichen Fähigkeiten entwickeln zu können, braucht ein Kind Zeit und das Verständnis seiner Eltern.

 

Dazu einige Tipps:

Der Schulbesuch eines Kindes hat Auswirkungen auf den familiären Alltag wie z.B. Rücksichtnahme auf die Unterrichtszeiten des Kindes, Zeiten zur Erledigung der Hausaufgaben, pünktliches Aufstehen, zeitgerechtes Zubettgehen. 

  • Überzeugen Sie sich immer wieder davon, wie sich Ihr Kind im Straßenverkehr verhält!
  • Seien Sie nicht beunruhigt oder ungeduldig, wenn Ihr Kind einfache Sachen nicht sofort kann!
  • Die wenigsten Erwachsenen erinnern sich daran, was ein Kind in den ersten Wochen seines Schullebens bewegt und was alles zum Problem werden kann.
  • Nehmen Sie die Sorgen Ihres Kindes ernst! Auch nebensächliche Dinge können ein Problem sein (Verhalten der Sitznachbarin, Kind durfte nicht Blumen gießen ...).
  • Reagieren Sie nicht mit Gleichgültigkeit oder gar Liebesentzug! Wesentlich ist die Anteilnahme und die Anerkennung von Seiten der Erwachsenen.
  • Lob stärkt das Selbstwertgefühl Ihres Kindes.
  • Besprechen Sie bei Lernschwierigkeiten mit Ihrem Kind in aller Ruhe die möglichen Ursachen!
  • Suchen Sie das Gespräch mit der Lehrerin!
  • Teilen Sie den Weg zum Ziel der Bewältigung von Schwierigkeiten in kleine, überschaubare Schritte ein!

 Basteln

Was und wie lernt das Kind in der Schule?

Das Allerwichtigste für einen guten Schulstart ist die Freude am Lernen.
Das aufbauende Lernen (Lesen, Schreiben, Rechnen) verleidet aber manchem Kind sehr schnell die
Freude am Lernen. Deshalb werden in der Grundschule Lernzeiten durch Spielphasen angereichert.
Kindgerechtes Lernen sichert die Lernfreude und den Lernerfolg.
Vor allem im Anfangsunterricht ist Gründlichkeit - nicht Schnelligkeit - geboten. Manche Kinder erlernen das Lesen schneller, andere langsamer. Dies hängt nicht von der Methode oder der Person der Lehrerin ab, sondern vom individuellen Lerntempo des Kindes!
In vielen Klassen gibt es verschiedenartiges Lernmaterial, das von den Kindern individuell genutzt
werden kann.
Es gibt unterschiedliche Methoden, lesen zu lernen, auch unterschiedliche Schriftarten. Die Wahl
der Methode obliegt der jeweiligen Lehrerin.

 

TIPPS zum Lesenlernen

  • Lesen Sie Ihrem Kind vor!
  • Beziehen Sie Ihr Kind fallweise mit ein, wenn Sie eine Zeitung oder ein Buch lesen!
  • Lesen Sie beim gemeinsamen Einkauf (Regalaufschriften, Produktnamen)!
  • Schneiden Sie Buchstaben, Wortteile, Wörter aus Prospekten und Zeitschriften aus, kleben Sie mit Ihrem Kind einen Namen, einen Glückwunsch etc.
  • Wichtig . sprechen Sie z.B. für r nicht "er" sondern nur "r", nicht eszeha oder sche, sondern "sch" usw.

 

Kindgerechte Grundschule verbindet fachbezogenes Lernen immer wieder mit sinnvollem Handeln (Weihnachtszeit: Kekse backen, Aufschriften auf Säckchen lesen, Rezepte schreiben, Mengen abwiegen ...).


Eine besondere Form ist das "projektorientierte" Lernen - die Klasse führt ein Vorhaben gemeinsam aus. Dazu brauchen die Kinder Zeit und Gelegenheit, miteinander zu planen, sich über die Vorgangsweise zu einigen und das Unternehmen gemeinsam durchzuführen. Dabei lernen die Kinder in Lebenszusammenhängen Verantwortung zu übernehmen, zu entscheiden und zu handeln. Sie lernen Methoden kennen, mit denen sie selbstständig ihren Interessen nachgehen, weiterlernen und forschen können.

Maus im Käse

Kinder lernen miteinander umzugehen:

  • nicht immer im Mittelpunkt stehen
  • die Befriedigung von Bedürfnissen aufschieben
  • Aggressionen kontrollieren, sie nicht an Schwächeren auslassen
  • verbale Äußerungen des Ärgers angemessen dosieren
  • Gefühle äußern, anstatt sich zu rechtfertigen
  • einander zuhören und auf andere Meinungen eingehen
  • das Anders-Sein respektieren

 

Offenes Lernen ist eine Lehr- und Lernform:

Die Sitzordnung ist aufgelockert, es gibt frei zugängliches Arbeitsmaterial, der Klassenraum ist werkstattähnlich ausgestattet.
Selbständiges, entdeckendes, problemorientiertes Lernen ist die beste Voraussetzung für weiteren Schulerfolg.

 

Lernen im Spiel

Spiel ist eine ursprüngliche und kindgemäße Tätigkeit. Im Spiel können sich Kinder mit sich und ihrer Umwelt auseinander setzen. Spielen hält die Kinder keineswegs vom Lernen ab. Es ist eine wichtige Form des Lernens.

TIPPS:

  • Spielen und Lernen sind keine Gegensätze! Auch Schuljahre sind Spieljahre. Lassen Sie Ihrem Schulkind noch ausreichend Zeit zum (freien) Spielen!
  • Nehmen Sie, wenn möglich, an Spielfesten und Spielstunden in der Schule aktiv teil. Im gemeinsamen Spiel lernen Eltern, Lehrerinnen und Kinder einander besser kennen.
  • Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, allzu perfektioniertes Spielzeug zu kaufen. Es schränkt die Kreativität des Kindes eher ein, weil es seiner Fantasie wenig Raum gibt.
  • Basteln Sie mit Ihrem Kind gemeinsam Spielzeug aus vorhandenem Material (Karton, Papier, Korken). Sie werden beide Freude daran haben.
  • Kinder brauchen Spielpartner. Gemeinsam mit anderen Kindern, mit den Geschwistern oder Eltern zu spielen, macht Spaß.
  • Kooperative Spiele oder "Spiele ohne Sieger" sind eine sinnvolle Alternative zu Wettkampfspielen. Gemeinsam mit anderen ein Ziel zu erreichen, kann befriedigender sein, als andere zu übertrumpfen.
  • Bedenken Sie, dass Ihr Kind mit Kriegs- und Brutalspielzeug seine Aggressionen nicht "abreagiert"; es lernt dadurch lediglich, Gewalt ganz selbstverständlich als Mittel der Konfliktlösung einzusetzen.
  • Spielen Sie mit Ihrem Kind Spiele, die seine Sinne ansprechen, sein Denken und seine Ausdrucksfähigkeit fördern.
  • Vergessen Sie nicht, dass Ihr Kind auch im Schulalter viel Bewegung braucht. Bewegungsspiele stärken nicht nur die Gesundheit und Vitalität Ihres Kindes, Sie fördern auch die Geschicklichkeit und damit das Selbstvertrauen. Ermuntern Sie Ihr Kind zum Springen, Klettern, Balancieren..., aber überfordern Sie es nicht. Kinder kennen ihre eigenen Grenzen meist selbst.